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DIE ORATORIEN
Die Gemeinde Cassis, die bis zur Revolution den Bischöfen von Marseille unterstand, war schon immer stark religiös geprägt. Heute noch weist die Stadt zahlreiche Zeugnisse dieses geistlichen Lebens in Gestalt der Oratorien auf, die die Straßen und Wege von Cassis säumen. Oft stehen sie am Wegrand oder an einer Ringmauer, und heute zählt Cassis noch elf Oratorien. Sie wurden aus behauenem Stein oder in Maurerarbeit errichtet, bestehen aus einem Pfeiler und einer spitzbogenförmigen Nische, manchmal sogar mit einem Rundbogen, und über ihnen thront im Allgemeinen ein geschmiedetes Eisenkreuz. Manche beherbergen eine Statue, die Zeugnis von einer besonderen Frömmigkeit ablegt: das Oratorium der Jungfrau, das Oratorium der Heiligen Maria-Magdalena, das Oratorium des Jesuskinds, das Oratorium des Heiligen Joseph, das Oratorium des Heiligen Antonius von Padua, das Oratorium des Heiligen Karl Borromäus, das Oratorium des Heiligen Lazarus, das Oratorium des Heiligen Vinzens, das Oratorium Unserer Lieben Frau von den Sieben Schmerzen, das Oratorium des Heiligen Lukas, das Oratorium der Jungfrau.
DIE KAPELLEN
Von dem Dutzend Kapellen, die es in Cassis noch im 19. Jahrhundert gab, sind heute nur noch vier übrig.
Die Kapelle des Rathauses (Hôtel de Ville): sie befindet sich im ersten Stock des Gebäudes (hinter dem Büro des Bürgermeisters) und stammt aus dem Jahr 1649. Ihre Decke ist reich verziert. Auf dem Altarstein steht ein altes Kruzifix. Diese Kapelle ist als Denkmal eingestuft und kann am "Tag des Offenen Denkmals" besichtigt werden.
Die Kapelle Chapelle Saint-Anne steht in der rue de Belloy und wurde nach 1870 erbaut. Sie kann am "Tag des Offenen Denkmals" besichtigt werden.
Die Chapelle Sainte-Croix de Jérusalem steht inmitten von Pinien an der nordöstlichen Einfahrt von Cassis und wurde erstmals im 18.Jahrhundert erbaut. Während der Revolution wurde sie zerstört und zwischen 1850 und 1852 wiederaufgebaut. Heute ist die Kapelle in Privatbesitz. Am 14. September wird sie anlässlich des Festes der Kreuzerhöhung für die örtlichen Pilger für den Gottesdienst geöffnet.
Die Chapelle de Port-Miou: dieses kleine Bauwerk stammt aus dem Jahr 1649 und wurde der Jungfrau nach einem Pestausbruch, der sich jedoch eindämmen ließ, unter dem Namen "Unsere Liebe Frau der Gesundheit" gewidmet. Seit 1720, als erneut eine viel schlimmere Epidemie ausbrach, ist sie jährlich am ersten Sonntag im Juli das Ziel einer Wallfahrt. Während der Revolution wurde sie verkauft und dann immer mehr vernachlässigt, bis sie im Jahr 1847 abgerissen wurde, um die Ausbeutung eines angrenzenden Steinbruchs zu erleichtern. 1848 wurde sie neu aufgebaut, aber kaum unterhalten, und befindet sich ein Jahrhundert später in beklagenswertem Zustand, bis sich vor ungefähr zwanzig Jahren ein Verein ihrer Restaurierung annahm.
Gelübdeprozession : Immer am 1. Sonntag im Juli findet die Gelübdeprozession statt. Von 4 h bis zum Sonnenaufgang.
DIE KIRCHE
Offiziell wurde die Kirche 1875 eingeweiht und dem Heiligen Michael, Unserer Lieben Frau vom Meer und dem Heiligen Rochus gewidmet. Historisch gesehen handelt es sich dabei um die dritte in Cassis erbaute Kirche. Sie wurde im neoromanischen Stil mit drei Schiffen aus dem Stein von Cassis erbaut. Sie misst 32 m in der Länge und 18 m in der Breite und zählt 400 Sitzplätze. Sie wurde 1958 restauriert und ihre Kuppel erst vor kurzem saniert.